Armbrust Einsteiger-Guide – Teil 1 | Zusammenbau und Spannen

 

Der Einstig ins Armbrustschießen ist mitunter sehr umfangreich. Es gibt anfangs viel zu beachten und einiges mehr einzustellen bis die Armbrust da hin schießt, wo man hinzielt.  Für uns Grund genug, um euch mit vielen Tipps und Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu versorgen, damit euch der Einstieg leichter fällt. Dieser Guide besteht aus mehreren Teilen, schaut deshalb auch bei den nächsten Teilen vorbei.

Der Zusammenbau der Armbrust

Deine neue Armbrust wird mit großer Wahrscheinlichkeit in Einzelteilen bzw. als „Bausatz“ zu dir kommen. Im Lieferumfang sollte standardmäßig immer eine Aufbauanleitung enthalten sein. Für den Zusammenbau braucht man in der Regel nur einfaches Werkzeug, wie einen Inbusschlüssel. Wie bei einem IKEA-Regal liegt das benötigte Werkzeug eigentlich immer dabei.

Die Wurfarmaufnahme inklusive Wurfarme sowie vorinstallierter Sehne kommen immer vormontiert. Man muss dann nur noch diese vormontierte Einheit mittels der beiliegenden Schrauben mit dem Schaft verbinden. Zielfernrohre sind manchmal auch schon vorinstalliert, aber nicht immer. Einige Hersteller verpacken diese Elemente getrennt, sodass man sie selber anbringen muss. Schließlich musst du dann noch den Köcher und sämtliches optionales Zubehör montieren (Tragegurte, Spannvorrichtungen, Einbeinstative etc.). Dann bist du bereit zu schießen! Die typische Montagezeit beträgt etwa 20 Minuten.

Hier siehst du ein Beispielvideo anhand einer PSE FANG Armbrust.

Die Möglichkeiten zum Spannen der Armbrust

Mit der Weiterentwicklung der Armbrust im Laufe der Jahrhunderte, wurde diese natürlich immer stärker und leistungsfähiger. Irgendwann reichte die Kraft eines normalen Menschens nicht mehr aus, um die Armbrust aus eigener Kraft zu spannen. Deshalb begann man Spanngeräte zu entwickeln und zu integrieren, wie z.B. Hebel und Kurbeln, die dem Schützen halfen die Armbrust zu spannen.

Viele Armbrüste heutzutage haben schon Zuggewichte weit über die 200 lbs hinaus, weshalb die Hersteller extra oder auch integrierte Spannhilfen anbieten, um dem Schützen das Spannen zu erleichtern. Bevor du dir eine Armbrust mit hohem Zuggewicht zulegen willst, solltest du dir darüber im Klaren sein, wie du deine Waffe spannen willst und ob du ein zusätzliches Spanngerät brauchst.

Es gibt drei grundlegende Methode, um eine Armbrust zu spannen: Mit der Hand spannen, mit einer manuellen Spannhilfe oder mit einer Kurbeleinrichtung. Jede Methode hat seine Vor- und Nachteile.

 

Handspannen (Manual Cocking) 

Der „einfachste“ und schnellste Weg, um deine Armbrust zu spannen ist das Handspannen. Du stellst den Fuß in den Steigbügel, dann greifst nach unten und ziehst die Bogensehne mit den Händen bis Sie in der Sicherung einrastet. Achte dabei darauf, dass du den Schaft mit den Beinen oder dem Oberkörper fixierst. Natürlich ist dies leichter gesagt als getan, wenn du eine Armbrust mit mehr als 175 lbs (ca. 80 kg) Zuggewicht besitzt.  Diese Methode ist einfach und effektiv, aber definitiv nicht jedermanns Sache, wenn man nicht stark genug ist. Gerade zierlichere Menschen werden mit dieser Methode auf Dauer nicht glücklich werden. Außerdem kann diese Art des Spannes auch sehr auf den Rücken gehen, wenn man seine Haltung nicht beachtet. Man kann sich das in etwa vorstellen wie das Kreuzheben im Fitnessstudio, was in etwa der selben Bewegung entspricht.

Handspannen einer Armbrust
Handspannen einer Armbrust

Spannen mittels Seilspanner (Rope Cocking)

Um deine Armbrust mit weniger Krafteinsatz zu spannen, kann man eine Seilspannhilfe verwenden. Es handelt sich dabei um ein einfaches Flaschenzugsystem, womit man das Zuggewicht halbieren kann. Statt 175 lbs, wirst du nur 87.5 lbs (ca. 40kg) mit der Seilspannvorrichtung zu ziehen haben. Der Nachteil dieses Flaschenzuges ist, dass du dadurch den doppelten Weg ziehen musst. Seilspanner haben in der Regel zwei Griffe (ähnlich wie an einem Benzinrasenmäher), zwei Haken und ein Seil, das alles miteinander verbindet. Als erstes stellt man wieder den Fuß in den Steigbügel. Dann legt man das Seil mittig hinter bzw. unter das Zielfernrohr. Dort ist eigentlich immer eine Führungsmulde für solche Seilspanner.

Als nächstes befestigt man die Haken an der Sehne. Danach brauch man einfach nur noch die beiden Griffe nach oben ziehen, um die Armbrust zu spannen. Diese Methode ist die weitverbreitetste und zugleich günstigste unter den mechanischen Helfern.

Seilspannen einer Armbrust
Seilspannen einer Armbrust

Spannen mittels Kurbelspanner (Crank Cocking)

Eine Kurbelspannvorrichtung ist eine kleine handangetriebene Winde, die in der Regel im oder an den Schaft montiert ist und die es dem Benutzer erlaubt, die Armbrust ohne Anstrengung zu spannen. Einige Modelle sind als Nachrüstkit entwickelt worden, während andere bereits in den Schaft integriert wurden. Kurbelspannvorrichtung reduzieren das Zuggewicht auf 1/10 des des Ursprung, weshalb sie es jedem ermöglichen eine Armbrust mit hohem Zuggewicht mit Leichtigkeit zu spannen. Diese Art der Spannhilfe ist deshalb auch die Beliebteste, da Sie jeder benutzen kann, egal welche körperliche Statur man aufweist.

Kurbelspannen einer Armbrust
Kurbelspannen einer Armbrust

Vor- und Nachteile der einzelnen Spannmethoden

Handspannen

Der offensichtlichste Vorteil dieser Methode ist die Einfachheit. Es sind keine zusätzlichen Geräte nötig und man kann die Armbrust sehr schnell spannen, sofern man die benötigte Kraft besitzt.Allerdings hat das manuell Spannen einen wesentlichen Nachteil. Um eine gute Genauigkeit zu erreichen, muss sichergestellt sein, dass man die Sehne perfekt gerade zurückzieht und nicht links oder rechts etwas mehr zieht.

Wenn das passiert, wird der Pfeil nicht mehr gerade beschleunigt und fliegt auch nicht mehr gerade. Das macht ein präzises Schießen. Einige Schützen markieren ihre die Mitte der Sehne mit einer kleinen weißen Markierung, damit sehen können, ob sie die Armbrust gerade gespannt haben. Merke dir also, dass ein schiefes Spannen negative Auswirkungen auf deine Zielgenauigkeit haben wird.

 

Seilspannen

Das Seilspannen ist einfach und relativ kostengünstig. Die meisten Seilspannvorrichtungen sind für rund 20-30€ zu haben. Der große Vorteil ist, dass der Seilspanner ist, dass man nur die halbe Kraft zum Spannen der Armbrust benötigt, sodass fast jeder in der Lage damit eine Armbrust zu spannen. Sie verbessert im Allgemeinen auch die Zielgenauigkeit, da man durch den geringeren Kraftaufwand die Sehne relativ leicht und punktgenau zentriert spannen kann.

Der einzige klare Nachteil ist, dass diese Methode deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als das manuelle Spannen. Insgesamt ist ein Seilspanner eine ausgezeichnete Wahl für jeden Armbrustschützen, weshalb wir nur jedem empfehlen können sich einen Seilspanner zu kaufen, wenn man noch keinen besitzt. 

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    Kurbelspannen

    Kurbelspanner geben dem Anwender einen großen mechanischen Vorteil, so dass man in der Lage jede Armbrust mit Leichtigkeit zu spannen. Sie helfen, genau wie die Seilspanner, die Bogensehne wirklich zentriert zu spannen, sodass man wirklich sehr präzise schießen kann. Allerdings haben auch Kurbelspanner einige Nachteile. Erstens sind sie verhältnismäßig teuer. Die meisten Kurbelspanner fangen erst bei über 100€ an. Außerdem machen Sie die Armbrust schwerer und voluminöser am Schaft.

    Es gibt verschiedene Arten – Manche sind direkt in den Schaft integriert und stören so gut wie gar nicht, andere werden auf den Schaft montiert und können unter Umständen etwas störend wirken. Das Spannen dauert in der Regel länger als bei den anderen Methoden, da man durch die Übersetzung länger kurbeln muss bis der Bogen gespannt ist.

    Trotzdem können wir jedem empfehlen, der bereit ist das Geld zu investieren, sich eine Armbrust mit Kurbelspanner zu kaufen oder es an seiner eigenen nachzurüsten, falls es die Möglichkeit gibt. Dein Rücken wird es dir danken!

    Trockenschuss oder wie zerstöre ich meine Armbrust schnellstmöglich

    Also Trocken- oder Leerschuss wird ein Schuss ohne Bolzen oder Pfeil bezeichnet. Gibt man einen Leerschuss ab, wird die Energie der gespannten Sehne nicht von der Sehne über einen Bolzen abgeleitet sondern direkt auf die Armbrust selbst übertragen. Dies führt öfters zur Beschädigung der Wurfarme bzw. Wurfarmaufnahme oder im schlimmsten Fall zur kompletten Zerstörung dieser. Die Arme können brechen und dich oder andere Personen in deiner Umgebung durch die herumschleudernden Teile verletzen.

    Falls du doch einen Trockenschuss ausgeführt hast, dann solltest du deine Armbrust auf Mängel untersuchen. Selbst kleinste Haarrisse sind schon schwere Beschädigungen, weshalb ein Wurfarmaustausch beim Fachhändler unausweichlich ist.

    Hochwertigere Armbrüste besitzen in den meisten Fällen bereits eingebaute Trockenschusssicherungen. Achte beim Kauf am besten auf dieses Kriterium!

    So geht es weiter …

    Im nächsten Teil meines Einsteigerguides wird es um die Zieloptik gehen und wie man sie korrekt justiert bzw. einschießt.

     

    Titelbild: © TenPoint Crossbow Technologies

    Alexander

    Hallo, ich bin Alex! Sportschütze, Mountainbiker und Gründer dieses Blogs. Ich schreibe hier über alle wichtige Themen die die Armbrust betreffen.

    2 Gedanken zu „Armbrust Einsteiger-Guide – Teil 1 | Zusammenbau und Spannen

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