10 Tipps für einen guten Start ins Armbrustschießen

Als ich vor einigen Jahren anfing mit modernen Armbrüste zu schießen, hatte ich keine Ahnung, was mich erwartet. Ich hatte im Fernsehen schon die ein oder andere Dokumentation gesehen, aber kam noch nie in der Realität damit in Berührung. Deshalb war ich mir nicht sicher, ob es das Richtige für mich ist, da die Anschaffungskosten ja schon etwas höher liegen. Trotzdem habe ich es gemacht und ich war  vom allerersten Moment an überrascht!

Statt einer unhandlichen, langsamen und ungenauen Mittelalterwaffe ist eine moderne Armbrust ein Hochleistungssportgerät. Sie sind schnell, präzise und leistungsfähig genug, um selbst groß Wildtiere zu erlegen. In Amerika wird beispielsweise in vielen Teilen des Landes mit Armbrüsten gejagt anstatt mit Gewehren.

Um das Beste aus seiner Armbrust heraus holen zu können, muss man die Grundlagen beherrschen. Ich habe deshalb hier einmal die wichtigsten Dinge zusammengetragen, die man anfangs verinnerlichen sollte, um sich im Nachhinein nicht über seine Wahl zu ärgern.

Hier sind 10 Tipps, wie du am Besten ins Armbrustschießen einsteigst.

1. Kauf‘ dir das Beste, was dein Geldbeutel hergibt

Es gibt natürlich einen großen Unterschied zwischen einem günstigen Einsteiger-Modell und einer High-End-Armbrust. Sicher kostet das Schnäppchen-Modell weniger, aber es ist nicht so gut gebaut, so genau und zuverlässig  wie das teurere Modell. Du kannst z.B. Sets kaufen, die alles wichtige wie die Armbrust, ein paar Pfeile und Pfeilspitzen, ein Zielfernrohr, eine Spannvorrichtung und einen Köcher enthalten für bereits 100€ bis 200€.Man sollte jedoch Bedenken, dass eine gute Einsteiger-Armbrust schon alleine bei 200-300€ erst losgeht, je nach Marke und Modell. Sie kennen ja sicherlich das Sprichwort: Qualität hat ihren Preis!

2. Je höher das Zuggewicht, umso schneller und durchschlagskräftiger ist der Pfeil

Der Hauptunterschiede zwischen vielen Armbrüsten ist das Zuggewicht.  Bessere Armbrüste fangen meist im Bereich von 175 lbs an, obwohl man auch hier auch nicht pauschalisieren sollte. Es gibt auch hervorragende Armbrüste mit weniger als 150lbs. Im Allgemeinen gilt je größer desto besser bzw. in diesem Fall schneller.

Armbrust und Compoundbögen-Hersteller sind stets bemüht, die Flugcharakteristik zu verbessern. Sie machen eine Armbrust schneller indem sie das Zuggewicht erhöhen. Wie schnell ist schnell genug? Die Armbrust sollte in der Lage sein den Pfeil auf eine Anfangsgeschwindigkeit von mindestens 300km/h zu beschleunigen. So ist man in der Lage über weite Distanzen von über 90m noch präzise sein Ziel zu treffen

3. Gönn‘ dir ein gutes Visier

Viele günstige Armbrüste besitzen einfache Visiere, mit denen das Zielen nicht gerade sehr einfach ist. Man ist deutlich besser mit einem Mehrfach-Fadenkreuz- oder Multi-Red-Dot-Visier bedient, denn diese machen das Zielen erheblich einfacher. Es gibt sie mit vielen verschiedenen Vergrößerungen. Innerhalb der Zielvorrichtung befinden sich Hilfslinien oder Punkte zum Zielen, wenn man über größere Distanzen schießen möchte. Sie beginnen bei einfachen Zielvorrichtungen mit einem einzigen roten Punkt oder Fadenkreuz. Mit ihnen können für eine feste Distanz, in der Regel 20 Meter, sehr gut zielen, für längere Wege muss man die ballistische Kurve durch gefühltes höher Halten versuchen zu kompensieren. Multi-Bereich-Zielfernrohre sind die beliebtesten, da man dort mehrere beleuchtete Punkte sieht, die jeweils für eine bestimmte Entfernung geeignet sind.

4. Verwendet möglichst gute Pfeile/Bolzen

BolzenSehr günstige Pfeile sind in der Regel meist nicht sonderlich gut gefertigt, weshalb sie schneller kaputtgehen können und dazu auch noch schlecht fliegen. Kauft deshalb eher Pfeile, die bereits gute Bewertungen erhalten haben und die auch speziell für das Armbrustschießen ausgelegt sind, da die Armbrustbolzen bzw. Pfeile kürzer sind als Bogenpfeile. Stellen Sie sicher, dass die Nocken für Armbrustpfeile geeignet und nicht für Compoundbögen ausgelegt sind. Pfeile können aus Holz, Aluminium, Carbon oder Fieberglas oder einer Mischung aus Aluminium und Carbon bestehen.Anfänger greifen am besten als erstes zu Aluminiumpfeilen, da diese günstig und robust sind. Wer gleich etwas mehr investieren will, der holt sich gleich Carbonpfeile. Der Carbonpfeil ist quasi der Besteller unter den Pfeilen da er: extrem leicht ist, sehr schnell fliegt, eine flache Flugbahn aufweist und einfach unglaublich stabil ist.

 

5. Besorge dir passendes Zubehör

Essentielle für jeden Armbrustschützen ist der Besitz einer Seilspannhilfe. Natürlich kann man die Armbrust auch von Hand spannen, aber spätestens nach 10-20 Mal spannen geht dir Luft aus und die Hände schmerzen. Solche Spannhilfen gibt es bereits für ca. 20€ aufwärts zu erwerben. Ein weiteres wichtiges Must-Have ist der Köcher. In ihm kannst die Bolzen platzsparend, schonend und sicher transportieren.  Als letztes solltest du dir eine passende Tasche für deine Armbrust zu legen. Dort hast du Platz für alles was man so auf dem Schießplatz braucht. Laut Waffengesetz ist das führen einer Armbrust in der Öffentlichkeit erlaubt, aber sind wir mal ehrlich. Du würdest auch komisch gucken, wenn ein Typ neben dir in der Straßenbahn mit einer Armbrust sitzt. Tu dir und deinen Mitmenschen den Gefallen und besorge dir eine Tasche, um dein gutes Stück in der Öffentlichkeit unscheinbar zu transportieren.

6. Schieße nur da, wo es erlaubt ist

Eine Armbrust ist eine Waffe. Seid euch diesem Fakt immer bewusst und behaltet immer im Hinterkopf, dass ein so ein Bolzen mit über 300 km/h fliegt und jemanden mit Leichtigkeit umbringen kann. Geht deshalb am besten IMMER zum nächstliegenden Schießplatz bzw. Schützenverein, um zu trainieren. Dort sind bereits entsprechende Sicherheitsmaßnahmen getroffen wurden und ihr könnt euch voll und ganz auf das Schießen konzentrieren. Wer nicht diese Möglichkeit hat, der sollte da Schießen, wo keine Menschen sind. Gut geeignet sind immer große Hügel, die gut einsehbar sind. Ihr könnt dann eure Zielscheibe direkt an Hang stellen, damit nicht getroffene Pfeile ins Erdreich verschwinden und niemanden verletzen können.

7. Pass‘ auf deine Finger auf

Greife beim Schießen niemals auf die Führungsschiene. Die vorschnellende Sehne könnte deinen Finger verletzen oder sogar brechen. Außerdem solltest du deine Armbrust immer am Handgriff führen und auch hier darauf achten, dass deine Finger nicht in den Weg des Pfeils oder der Sehne geraten können.

So wie deine Finger einen Aufprall mit der Sehne eher weniger gut wegstecken, kann deine Armbrust einen Schuss ohne Pfeil nicht sonderlich gut wegstecken. Bei diesem sogenannten Trockenschuss geht die gesamte Energie aus der Sehne wieder zurück in die Wurfarme, was im schlimmsten Fall zum Brechen jener Wurfarme führen kann.

8. Bekomme ein Gefühl für den Abzug

Jede Armbrust hat einen einzigartigen Trigger. Du solltest mit deiner Armbrust oft genug geschossen haben, um genau zu wissen, wann der Pfeil abgeschossen wird. Teste auch ruhig einmal das Schießen mit und ohne Handschuhe. Der Unterschied ist klar fühlbar und du findest dabei heraus was dir besser gefällt.

9. Übung macht den Meister

Zielscheiben ArmbrustDas Sprichwort „Übung macht den Meister“ gilt auch für das Armbrustschießen. Schieße ruhig öfters mal von einer Unterlage aus (Tisch, Bock, Sandsack, Zweibeinstativ etc.), auf der die Armbrust aufliegt. Nutze diese Übungen um präzises Schießen zu üben und ein Gefühl für den Abzug zu bekommen. Erst wenn du deine Armbrust etwas kennst, wirst du auch im Stehen oder Knien bessere Ergebnisse erzielen.

 

10. Pflege deine Armbrust regelmäßig

Die Armbrust ist ein mechanisches Gerät, dass eine regelmäßige Wartung benötigt, damit sie auch weiterhin funktioniert, wie am ersten Tag. Das heißt, dass man alle beweglichen Teile wie das CAM-System und die Sehnen auf Verschleiß überprüfen sollten. Das ist sehr wichtig, da bei jedem Schuss enorme Kräfte auf die Einzelteile wirken. Beim ersten Anzeichen von Ausfransen der Sehne oder anderen ungewöhnliche Abnutzungserscheinungen sollte man entsprechende Teile ersetzen. Bei guter Pflege verringert sich natürlich der Reparaturaufwand, wie z.B auch beim Auto. Nach jedem Training sollten sie alles gut reinigen und die Sehnen mit Wachs schmieren, damit sie geschmeidig bleiben. Die Führungsschiene sollten auch mit Öl oder speziellen Pflegemitteln nach jeweils 100 bis 150 Schüssen regelmäßig geschmiert werden. Diese Pflegemittel überziehen den Lauf mit einer Art Schutzfilm, die die Reibung zwischen Sehne und Lauf reduziert und gleichzeitig zu einer Erhöhung der Bolzenabschussgeschwindigkeit führt.

 

Titelbild: © TenPoint Crossbow Technologies

 

Alexander

Hallo, ich bin Alex! Sportschütze, Mountainbiker und Gründer dieses Blogs. Ich schreibe hier über alle wichtige Themen die die Armbrust betreffen.

5 Gedanken zu „10 Tipps für einen guten Start ins Armbrustschießen

  • 26. November 2016 um 19:07
    Permalink

    Hallo Alexander,
    bin ein absoluter Neuling als Compoundarmbrustschütze. Deine Tipps sind sehr wertvoll für mich. Dafür bedanke ich mich bei Dir recht herzlich. Haben mir sehr geholfen. Eine TOP-Seite, echtmal.
    Liebe Grüße
    Karl

    Antwort
  • 27. März 2017 um 14:52
    Permalink

    hallo alex, super hompage hast mir echt geholfen hab mir meine erste armbrust bestellt und warte sehr gespannt bis sie geliefert wird alles gute und weiter so lg mario

    Antwort

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